zeitenwende | warum kontemplative Fotografie?

Die unzähligen kleinen Momente im Wettstreit der Reizüberflutungen. | kontemplative Fotografie
Die unzähligen kleinen Momente im Wettstreit der Reizüberflutungen. | kontemplative Fotografie

Ich mag die Stille im Trubel, die Details im Großen und Ganzen, die Einmaligkeit im Mainstream, das Ewige im Vergänglichen, den je einen Menschen von Vielen und die unzähligen kleinen Momente im Wettstreit der Reizüberflutungen.

Daher ist mir (kontemplative) Fotografie zur Passion geworden.

Sie hilft mir im Leben das gewisse Etwas zu sehen, winzige Begebenheiten zu kleinen Ewigkeiten werden zu lassen, und Alltäglichkeiten zu Achtsamkeiten. Mit ihr sehe ich die Welt mit anderen Augen: bunter, intensiver, kompletter, stiller, langsamer, detailreicher, frischer!

 

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Kontemplative Fotografie hilft mir, in ein anderes, neues, bewussteres und achtsameres Sehen – und damit auch Sein – zu kommen – durch einen ruhigen Geist, einen klaren Blick und ein sanftes Herz. Wenn sich Augen, Herz und Geist synchronisieren, können alle Konzepte und vorgefertigte Ideen losgelassen werden und wir wirklich im Moment sein.

Diese Momente finden statt zwischen einem Zebrastreifen, einem Kassenautomat und einer Regenwolke; zwischen zwei gewechselten Worten, einem Blick nach links und einer stillen Sekunde; in der Mittagspause, auf einem Parkplatz oder zwischen zwei gestellten Bildern; diese Momente sind drei bunte Streifen, eine graue Struktur oder ein völlig neuer Blick auf etwas Offensichtliches. Es gibt unzählige von diesen Momenten. Sie wollen nur angeschaut werden.

 

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Dem Moment in die Augen blicken heißt für mich: Anderszeiten des Alltags erleben: Leuchtstoffe, ZeitLupen, Blicklichter, LichtBrechungen, SehensWürdigkeiten, MomentGezwinker, Kleinode…

 

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Kontemplative Fotografie ist mir Weggefährte und Komplize.

Die Fotografie hilft mir so, anzuhalten und ruhig zu werden, Wesentliches erleben zu können und mir die Welt zu erschließen. Sie schenkt mir Sprache wo mir Worte fehlen, Zusammenhänge wo ich mich in Einzelheiten verliere und zeigt mir Schönheit wo ich sie nicht vermute. Fotografie ist für mich ein kontemplatives und spirituelles, ein philosophisches und therapeutisches Geschehen. Sie ist Lebenskunst! Zusammen mit achtsamer und kontemplativer Praxis ist sie für mich ein Weg geworden mehr ins Leben zu kommen.

Das zu verstehen war für mich ein entscheidender Moment nicht nur in meinem fotografischen Dasein: Zu verstehen warum meine Bilder so sind, wie sie sind – und nicht anders. Zu verstehen, warum sie Menschen ansprechen und berühren – obwohl sie keine Hochglanzperfektionen sind, die in Galerien hängen. Zu verstehen, warum ich andere Bilder von anderen tollen Fotografen super finde, sie aber nie so machen könnte und – vor allem – sie nicht so machen wollte. Zu verstehen, dass Fotografie so unendlich vielfältig ist und jede Herangehensweise ihre Berechtigung hat. Zu verstehen, dass ein „gutes“ Bild sehr relativ ist.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich die Technik hinter einem Bild vor allem toll finden will, aber ich eigentlich lieber über anderes rede als über Blende und Belichtung (auch wenn das Wissen darum natürlich unendliche Weiten eröffnet). Und ich habe gemerkt, dass mein bisheriger spiritueller Weg viel mit meiner Fotografie zu tun hat (oder umgekehrt?).

 

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Denn in der kontemplative Fotografie geht es zu allererst um die Herangehensweise, weniger um die Technik.

Kontemplative Fotografie sieht mit dem Herzen. Sie ist ein ganzheitliches Geschehen und zuallererst eine Haltung. Dabei ist sie erfahrungsorientiert und – ja – fokussiert; sie ist Beziehungsgeschehen und ein Dialogangebot. Und genauso sind es die Bilder, die durch sie entstehen.

 

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Gezeiten-wie-diese.de

Darum hab ich diesen Blog zur kontemplativen Fotografie ins Leben gerufen. Um zu teilen, um zu inspirieren und inspiriert zu werden, um diese Erfahrungen weiterzugeben und hoffentlich mit vielen Menschen in den Austausch zu kommen oder einen eigenen Austausch zu ermöglichen. Um Mut zu machen sich auf den Weg des guten Sehens zu begeben dem Leben das besten abzuverlangen. Mit und ohne Kamera.

Diesen Weg möchte ich selbst weiter intensivieren, viel lernen und viel erfahren – allein in aller Ruhe und Stille, aber auch gemeinsam mit anderen Menschen. Ich bin selbst erst am Anfang. Ich möchte gemeinsam auf Entdeckungstour gehen, in eigenen Kursen zusammen mit anderen Menschen den Momenten und verschiedenen Aspekten des Lebens auf die Spur kommen. Gezeiten-wie-diese.de wird also noch wachsen. Es werden Kursangebote hinzu kommen – analoge und digitale, ein Newsletter und natürlich immer wieder Artikel, viele Bilder, Gedanken und Momente: Aus dem Leben auf das Leben! Ich hab viel vor! In den letzten Wochen ist auf meinem Rechnern ein wunderbarer Bildband entstanden: Drei gedruckte Miniversionen in privater Erstauflage gibt es bereits. Es wäre ein Traum daraus noch mehr werden zu lassen.

Also:

Vielleicht begegnen wir uns in dem ein oder anderem Moment oder auf einer Fototour oder einem Kurs oder in einem Gedanken. Ich würde mich freuen.

 

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Apropos „es gibt viele Arten zu fotografieren“:

Der Fotograf und Blogger Michael Omori Kirchner, bei dem ich immer wieder gern (digital) vorbeischaue, um auch in anderen Bereichen etwas zu lernen, stellt bereits im dritten Jahr mit seiner Foto-Blog-Bühne einen Raum bereit viele schöne Fotoseiten kennen zu lernen. Dieser Artikel ist ein Teil davon. Herzlichen Dank dafür! Ich freu mich, dass gezeiten-wie-diese dabei sind! Herzliche Grüße nach Heidelberg (Ich hab eine Zeitlang in Mannheim gewohnt, da kommt man ja (immer wenn man was schönes sehen will) immer mal wieder in Heidelberg vorbei…). Hier geht es zu seiner Blog-Bühnen-Ausschreibung.

 

 

 

 

1 Comment

  • Timon sagt:

    Hi,
    ich habe dich über die Blogbühne gefunden und habe mal deine Bilder durchstöbert. Ich finde deine Sicht auf die Architektur (z. B. Mannheim) sehr inspirierend.
    Ich empfinde Fotografie wie du, sie macht mir bewusst, Dinge bewusst zu sehen.

    Schöne Grüße
    Timon

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