Weihnachtlicher Perspektivwechsel

Weihnachten steht bei vielen Menschen ja auch eine Krippe im Wohnzimmer oder bei Oma und Opa – oder zumindest in der örtlichen Kirche. Das ein oder andere Foto verirrt sich dann heutzutage auch in die sozialen Netzwerke oder die weihnachtlichen Rundbriefe, natürlich auch ins örtliche Pfarrblatt oder die Lokalnachrichten. Was mir dieses Jahr aufgefallen ist, ist dass die meisten Bilder ja doch eher dokumentarisch und herzeigend sind. Die Krippe in ihrer per se erzählenden Art ist ja aber eigentlich auch ein Versuch besser in die Geschichte (oder die verschiedenen Geschichten) reinzukommen, sie darstellend zu erzählen. Warum dies also nicht auch mit der Kamera versuchen?

Im Jahr 2012 hatte ich die Freude zusammen mit dem Künstler und Seelsorger Pater Meinrad Dufner OSB die Krippe der Abteikirche des Klosters Münsterschwarzach aufzubauen. Die Krippen der Mönche versuchen jedes Jahr einen bestimmten Aspekt der Verheutigung aufzugreifen um sensibel dafür zu machen, was das Geschehen damals für heute oder auf heute übersetzt heißen kann. Damals ging es um die Zerstörung von wertvollen Ökosystemen am Amazonas. Die Figuren stammten vom peruanischen Künstler Mamani und stellen Shipibomenschen dar, ein Amazonasvolk.

Nachdem schon der Aufbau der Krippe ein intensiver und irgendwie starker Prozess war, hab ich danach meine Kamera genommen und bin rein in die Geschichte gegangen – habe im wahrsten Sinne des Wortes die Perspektive geändert und die Figuren ein Stückweit zum Leben erweckt. Das hatte meiner Empfindung nach eine sehr gewaltige Wirkung – währenddessen und im Nachhinein im Betrachten der Bilder…

Seitdem schaue ich mir Krippen anders an…

 

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